Warum wir Demenz-WGs organisieren

Das Risiko, an Demenz zu erkranken ist besonders für Hochaltrige unverändert hoch. Eine erfolgversprechende medikamentöse Therapie und Prophylaxe scheint derzeit nicht in Sicht zu sein.

Umso mehr gewinnen Unterstützung von pflegenden Angehörigen und die Entwicklung krankheitsangemessener Wohn- und Versorgungsformen an Bedeutung.

Das Gros der Demenzkranken wird nach wie vor von ihren Angehörigen zu Hause versorgt. Und dies in der Regel sieben Tage die Woche, rund um die Uhr und über viele Jahre hinweg. Hier ist dringend Entlastung geboten. Denn viele dieser pflegenden Angehörigen schrecken angesichts des vorhandenen Angebots lange davor zurück, ihre erkrankten Anverwandten in die Obhut eines Pflegeheimes zu geben.

Diese Tatsache führt nicht nur zu erheblichen Belastungs- und Gesundheitsrisiken bei den pflegenden Angehörigen, sondern gefährdet obendrein die Ressource „familiäre Pflegebereitschaft“; sei es dadurch, dass Angehörige von vornherein abgeschreckt sind, Pflegetätigkeiten zu übernehmen oder irgendwann so „ausgebrannt“ sind, dass sie beim besten Willen die pflegerische Tätigkeit nicht fortsetzen können.

Die Rolle der Freunde alter Menschen
Unsere Arbeit umfasst drei wesentliche Aspekte in der Konstruktion dieser „Demenz-WGs“.

  1. Wir sind Generalmieter einer geeigneten Wohnung oder eines Hauses. Der Vorteil: Die Wohnungsgeber haben nur einen Ansprechpartner, der den gesamten Mietzins entrichtet. Die Freunde alter Menschen wiederum vergeben Einzelmietverträge an die interessierten alten Menschen (bzw. deren Angehörige/Betreuer), die den privat genutzten Raum und die anteilige Gemeinschaftsfläche umfassen. Der Nachteil für uns besteht darin, dass wir die gesamten Risiken eines möglichen Leerstandes tragen müssen.

  2. Wir sind Vermittler (im Sinne von Mediatoren) zwischen den alten Menschen, ihren Betreuern/Angehörigen und den beteiligten Pflegediensten. Hierbei ist der Status des Vereins als neutrale und nicht von wirtschaftlichen Interessen geleitete Instanz von zentraler Bedeutung für die Anerkennung durch alle Seiten.

  3. Wir sind Anwalt der alten Menschen und somit Verbraucherschutzinstanz. Durch regelmäßigen Kontakt zu den Angehörigen haben wir stets einen aktuellen Überblick über die Pflege- und Betreuungspraxis in den Wohngemeinschaften und das entsprechende Wohlbefinden der dort lebenden alten Menschen. Insofern  verstehen wir uns nicht als „Kontrollbehörde“, sondern als partnerschaftliches Frühwarnsystem, das eventuell auftretende Mängel in Pflege und Betreuung an alle beteiligten Akteure weiter vermittelt und zu deren Beseitigung beiträgt.

Die Effekte der Demenz-WGs

  • Vermeidung von Heimunterbringungen, die dem Krankheitsbild nicht angemessen sind 
  • Prävention durch optimalen Erhalt alltagsweltlicher Kompetenzen
  • Vermeidung oder mindestens Reduzierung von Psychopharmaka-Gaben
  • Vermeidung von „Burn-Out“-Symptomen beim eingesetzten Pflegepersonal
  • Vermeidung von Überforderung der pflegenden Angehörigen

Ansprechpartner

Klaus-W. Pawletko
Geschäftsführer

Berlin-Kreuzberg

Tel. 030/ 691 18 83

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