Freitag, 30.09.11

Gemeinsam gegen einsam

Internationales Manifest der Föderation les petits frères des Pauvres Gemeinsam gegen die Isolation älterer Menschen

Im Jahr 2050 wird ein Drittel der Bevölkerung unseres Landes 70 Jahre und älter sein. Dieser demographische Wandel wirft innerhalb der Gesellschaft viele Fragen auf. Der Verein Freunde alter Menschen – Mitglied der Föderation – beobachtet eine Zunahme der Isolation älterer Menschen. Hochbetagte, von Einsamkeit bedrohte Menschen sind in der öffentlichen Wahrnehmung und in den Medien kaum präsent. In Statistiken und soziologischen Forschungen zum Thema Alter tauchen sie fast nie auf. Hinzukommt, dass sie sich oft zurückziehen und somit den Zugang zu ihren Rechten verlieren. Dies mag einer der Gründe sein, warum in Deutschland für viele Menschen Einsamkeit im Alter noch kein Thema ist. Die Erhöhung der Lebenserwartung ist objektiv gesehen ein Glücksfall. Trotz der stetigen Zunahme alter Menschen innerhalb unserer Gesellschaft ist Deutschland kein Alten-freundliches Land. Dementsprechend ist die Integration alter Menschen in unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Herausforderung, der es sich zu stellen gilt. Im Hinblick auf diese Tatsache bekräftigt die Föderation les petits frères des Pauvres ihre Forderung: „Die Schaffung einer humanen Gesellschaft für alle Generationen setzt voraus, dass alte Menschen die Möglichkeit haben, weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es daher nötig, alle Ursachen, die zu einer Ausschließung oder Diskriminierung von älteren Menschen führen, zu bekämpfen“. Diese Forderung wurde bereits 2002 im Internationalen Aktionsplan von Madrid über das Altern von der UNO verabschiedet. Konkret bedeutet das ein Engagement verschiedener Akteure. Die Familien sind und bleiben, die ersten, die die nötige Unterstützung leisten. Sie müssen effizient unterstützt werden. Zum anderen ist es Aufgabe der Regierung, alten Menschen ein würdevolles Leben zu gewährleisten. Dazu gehört vor allem eine adäquate Unterkunft, Pflege und Betreuung. Privater und öffentlicher Sektor allein werden in Zukunft aber nicht mehr ausreichen, die immer größer werdende Zahl an alten Menschen ausreichend zu unterstützen. Ein dritter Bereich wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen: Nachbarschaft und freiwilliges Engagement von Bürgern. Diese Akteure müssen zunehmend die brüchiger werdenden Netze von Familie und öffentlicher Fürsorge ergänzen bzw. ersetzen. Deshalb ruft die Föderation les petits frères des Pauvres alle Bürger zur sozialen Aufmerksamkeit für ihre alten Mitmenschen auf - ob in Form einer Zeitspende, einer Sachspende oder Geldspende. Das Engagement jedes einzelnen ist entscheidend, um alten, einsamen Menschen eine Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen.




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